Aus dem Buch des Propheten Jesaja (5,1-7)
Evangelium nach Matthäus (22,1-14)
Glauben wir (noch) an eine schöne, gute Zukunft für uns alle? In unserer Welt schaut es aber nicht so schön aus. Unsere Medien überschütten uns tagtäglich mit beängstigenden Nachrichten. Viele Menschen müssen mit Kriegen, Gewalt, Unmenschlichkeit, Unsicherheit und Angst leben. Wirkt das nicht deprimierend? „Man ist nirgends mehr sicher“, hört man hier und dort schon sagen. Glauben wir noch an eine schöne Zukunft? Oder lebt da nicht, tief in uns, bedroht zu sein, eine heimliche Angst?
Mit diesem Unsicherheitsgefühl haben Menschen in allen Jahrhunderten leben müssen. Auch in der Zeit des Propheten Jesaja, im 8. Jht v. Chr. Und da ruft dieser Prophet den gläubigen Menschen seiner Zeit zu, sie sollen Hoffnung haben, denn Gott hat das letzte Wort. Gott wird “... den Trauerflor zerreißen (d.h. dieses schwarze Stoffband oder eine Schleife, das als sichtbares Zeichen der Trauer und Anteilnahme nach einem Todesfall am Arm getragen wird).... Gott wird... „Den Tod für immer vernichten und von jedem Gesicht die Tränen abwischen.“ Tod, Angst, Trauer, Tränen wird es einmal nicht mehr geben. Gott verspricht das.
Diese glückliche Zukunft schildert der Prophet mit dem Bild einer Hochzeitsfeier. In der orientalischen Vorstellung von damals war so eine Hochzeitsfeier (die ungefähr eine Woche dauerte) der Höhepunkt der Freude: ein Festmahl mit feinsten Speisen und besten Weinen, mit kräftigen, köstlichen Speisen. So ein Fest will Gott mit allen Menschen feiern, mit allen Völkern. „Holt die Armen, Schwachen, Versager, Geschädigte und Ausgebeutete, Leidende und Unterdrückte, Unzufriedene und Geschundene, denen ihr auf der Straße begegnet ...“ Gott will, dass alle zu ihm kommen. Das ist die Zukunftsvision, die der Prophet seinen Gläubigen vorhersagt, mit der er ihnen Hoffnung machen will.
Im heutigen Evangelium greift auch Jesus dieses Bild eines Hochzeitsmahles auf: Alle sind dazu eingeladen, sogar Gute und Böse. So ist Gott. Solche Festfreude wünscht Gott für uns. Das Problem ist, dass viele Menschen nicht daran glauben können oder wollen. Sie haben andere Sorgen. „Ich habe ein Geschäft, einen Beruf, ich habe für Dies und Jenes zu sorgen. Ich habe keine Zeit für Gott.“ Keine Zeit für Gott! Viele Menschen haben keine Zeit für einen Gott, der sie einlädt, zu einem Leben mit ihm, zu einem Leben in Frieden, Gerechtigkeit, Liebe und Freude.
Als Christen sagen wir, dass wir an das Evangelium, die gute, frohe Nachricht glauben, die Jesus gebracht hat. Diese ‘gute, frohe Nachricht’ ist doch dieses Versprechen von Gott! Indem wir darauf unsere Hoffnung setzen, können wir ‘erlöst’ leben, befreit von unserer tiefsten Lebensangst, dass wir - durch unseren Tod - vernichtet werden, nicht mehr existieren, in einem Nichts aufgelöst werden. Durch diese Hoffnung bekommt unser Tod ein anderes Gesicht. Er bedeutet nicht mehr Zerstörung, sondern der Übergang zu einem neuen endgültigen, total glücklichen Leben.
Deswegen ist die Botschaft, dass Gott Jesus ‘auferweckt’ hat so unheimlich wichtig. Gott hat dadurch gezeigt, dass er das Leben will, auch für uns alle. Und dann verstehe ich die Worte von Paulus, der gesagt hat: „Wenn es keine Auferweckung gibt, wenn Jesus Christus nicht auferweckt wurde, dann ist unser Glaube sinnlos“. Dann gibt es kein weiteres Leben, keine Zukunft. Dann ist der Todd das absolute Ende. Ist dann nicht unser ganzes Leben sinnlos? Wurden wir nur geboren, um dann trotzem zu sterben und damit aus?
Wir wollen unsere Unsicherheiten und Lebensängste nicht bagatellisieren. Sie sind real. Aber wir hoffen auf eine von Gott versprochene Zukunft. Diese Hoffnung gibt uns Kraft nicht zu resignieren, weil Angst und Furcht letzlich keinen Grund mehr haben. Weil wir alles Bedrängende, alle Sorge in die Hände Gottes legen können. Weil wir sogar den Tod nicht mehr fürchten müssen. Wenn diese Freude tief in unserem Herzen lebt, dann überstehen wir auch alles andere. Dazu ruft Jesus uns mit seinem Gleichnis vom Hochzeitsmahl auf.